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"Goethe und Wir"

Vortrag der Goethe-Gesellschaft Dessau am 13. August 2016 um 15 Uhr in Wörlitz

Der Präsident der Klassik Stiftung Weimar spricht über das Thema:

Goethe und Wir

„Klassiker müssen tot sein. Sie müssen lange tot sein. Wie die Erz-Helden der Geschichte, die Erz-Märtyrer des Glaubens sollten Klassiker ein Schattenreich bewohnen, in das Menschen wie wir keinen Zugang haben und in dem unsere Zeit nicht zählt. Hier leben sie weiter und ihr Werk bleibt in Ewigkeit – oder doch solange, wie Sterbliche es lesen. Homer war blind, sagten die Alten, und sieben Städte machten sich wechselseitig die Ehre streitig, Geburtsstadt des Sängers gewesen zu sein. Ovid starb im Exil, doch weiß bis heute keiner, warum ihn der Kaiser ans Schwarze Meer verbannt hatte. Shakespeare liebte die Männer, aber was macht es, denn der Autor Shakespeare war doch gar nicht der, der sich als der Autor von Shakespeares Stücken ausgab. So ist es gut! So kann das Werk bestehen. Sein schmutziger vergänglicher Rest, sein Autor, der es niederschrieb, ist in ein Nirwana der Vermutungen, Legenden, Mythen entsorgt, wo er der Verewigung seiner Texte nicht mehr im Wege steht. Klassiker müssen tot und entsorgt sein, soll ihr Werk bestehen bleiben. Was aber dort tun, wo ein solcher Klassiker nicht zur Hand ist? Was tun in Deutschland?

Ob Deutschland, wie der Soziologe Helmuth Plessner sagte, eine ‚verspätete Nation‘ war, mag man sehen, wie man will. Aber dass die deutsche Literatur vor Goethe einen Klassiker nicht hervorgebracht hatte, steht außer Frage. Dann kam Goethe. Und nach Goethe diese unendliche Sehnsucht der Deutschen, endlich auch einen Klassiker zu haben. Der Schöpfer des Faust, I. und II. Teils, steht nun neben dem Schöpfer der Ilias, der Metamorphosen, des Hamlet. So ist es gut. Aber wo lassen wir den Zeitgenossen Goethe, den Familienvater, Minister, Liebhaber, Freund, Logenbruder etc. pp.? Ständig durchkreuzt ‚Goethe von Tag zu Tag‘ die Sehnsucht nach dem Klassiker. Bis heute. Bis zu uns. Wer wird am Ende darüber zugrunde gehen? Das Werk oder der Autor? Oder werden beide sich so verschränken, dass wir schließlich nicht mehr wissen, was wir meinen, wenn wir ‚Goethe‘ sagen?“

Hellmut Seemann, Präsident Klassik Stiftung Weimar

Ort : Eichenkranz

Anmerkung : Der Vortrag mußte leider am 13. August 2016 ausfallen. Er wurde dann am 25.2.2017 in der Wissenschaftlichen Bibliothek in Dessau gehalten.

 

Ablauf für die Jahreshauptversammlung 2016

Freitag, den 17.06.2016

18:30 Uhr Geselliges Treffen im Garten der Fürstin (am Haus der Fürstin) mit gastronomischer Bewirtung.

Große Versteigerung zu Gunsten der Ausstattung weiterer Ausstellungsräume im Eichenkranz.

Gastronomische Bewirtung: Ringhotel “Zum Stein”

Samstag, den 18. Juni 2016

ab 09:00 Uhr Anmeldung zur JHV im Eichenkranz

10:00 Uhr Jahreshauptversammlung der Gesellschaft im Saal des Eichenkranzes

- Begrüßung und Eröffnung durch den Vorsitzenden, Prof. Dr. Rolf Budde

- Grußwort der Landesregierung, Staatsminister Rainer Robra

- Grußwort des Geschäftsführenden Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes und Vorsitzenden des Vorstandes der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, Dr. Michael Ermrich

- JHV nach gesonderter Tagesordnung

13:00 – 14:00 Uhr Mittagspause ( Cafè am Eichenkranz)

ab 14:30 Uhr Organisierte Besichtigungen (nach vorgegebener Zeitplanung)

Ausstellung Lady Hamilton „Eros & Attitüde, Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit“ im Schloss Wörlitz

Geführte Begehung des Toleranzweges in Wörlitz (von der Gedenkstätte am Jüdischen Friedhof bis zur Synagoge); Dauer ca. 80 Minuten

Besichtigungen und Ausstellungen im Eichenkranz

- fertiggestellter Raum SONNE mit restaurierten Leinwandtapeten und weiterer Räume mit restaurierten Leinwandtapeten

-Sonderausstellung zum jüdischen Leben in Wörlitz im Westturm

15:00 Uhr Eröffnung der Verkaufsausstellung „ROYAL GARDENS“ der Berliner Künstlerin Caroline Weihrauch im Ostturm des Eichenkranzes

18:00 Uhr Treff in der Domäne in Wörlitz zum Ausklang

 

Saisonauftakt in Wörlitz - Frühlingserwachen am 19. und 20. März 2016

Umzug 2016

Mit dem Festumzug am Sonnabend wurde zum 21. Mal der Frühling im Dessau-Wörlitzer Gartenreich begrüßt.

Traditionell versammelten sich auch, wie in jedem Jahr, dazu die Gastronomen, Vereine, Kindergärten und Schulen im Umfeld unseres schönen historischen Gasthofes „Zum Eichenkranz“, der nach seiner Restaurierung durch unsere Gesellschaft wieder ein Wahrzeichen in Wörlitz ist.

Hunderte von begeisterten Besuchern säumten die Straße, als der Festumzug sich vom Eichenkranz in Richtung Stadt und Park bewegte.

An zwei Tagen erwartete die Gäste eine Vielzahl an Veranstaltungen, ein bunter Frühlingsgruß an Angeboten.

Auch unsere „ Gesellschaft der Freunde des Desau-Wörlitzer Gartenreiches“ präsentierte sich dabei würdig. An beiden Tagen fanden Führungen in unserem Haus statt, dazu konnten wir 118 Besucher begrüßen. Wir stellten ihnen vordergründig den erreichten Stand unseres Projektes der Leinwandtapetenrestaurierung vor, das im Sommer seinen Abschluß findet . Dabei konnten unsere Gäste auch erstmals im Raum SONNE die Ergebnisse der Restaurierung des Kamins und der Deckenbemalung mit den Tierkreiszeichen in Augenschein nehmen. Nunmehr sind die Vorbereitungsarbeiten zur Anbringung der restaurierten Leinwandtapeten in vollem Gange, sodass im Sommer dieser Raum in neuem Glanz erstrahlen wird.

Neu in unseren Rundgang durch das historische Gasthaus haben wir in zwei Räumen die Ausstellung „Jüdisches Leben in Wörlitz“ aufgenommen, erforscht und erarbeitet von Gymnasiasten mit Unterstützung von Herrn Pfarrer a.D. Dietrich Bungeroth, der aktives Mitglied unserer Gesellschaft ist.

Beide Tage klangen mit Musik als Höhepunkt in unserem Ballsaal aus.

Am Samstag wurden unsere Gäste zu

“Popmusik – Deutsch, nachdenklich. Für Dich“

der jungen Dessauer Nachwuchsinterpretin „BINEGRA & BAND“ eingeladen. Bei ihren eigenen Songs, wahlweise solo oder begleitet mit Band, konnte man lauschen, träumen oder sich auch verzaubern lassen.

Im Vorprogramm überzeugte als großes Talent der Sänger und Texter Enrico Baltrock.

Der Sonntag gehörte der Gruppe „VIER GEWINNT“, vier junge Musiker, die an der Musikschule „Kurt Weill“ unterrichten. Sie stellten in einem besonderen Konzert sich und ihre Instrumente vor. Die Zuhörer konnten sich bei Musik von Schumann, Saint-Saens, Wedgwood, Benett und Monti entspannen. Obwohl beide Konzerte nicht ausgebucht waren, sicher der Vielzahl gleichzeitig laufender anderer Veranstaltungen geschuldet, waren sie ein besonderes Erlebnis für uns Zuhörer.

Überzeugen Sie sich bei den nächsten Veranstaltungen hier im Eichenkranz selbst, Sie werden es nicht bereuen.

Hans Richter

BINEGRAVier-Gewinnt
 

Einladung zur regionalen Mitgliederversammlung am 04.02.2016

Liebe Mitglieder unserer Gesellschaft,

hiermit lade ich Sie sehr herzlich zu der im Jahresbrief bereits angekündigten traditionellen regionalen Mitgliederversammlung

am Donnerstag, den 04.02.2016 um 19:00 Uhr

in den Saal des historischen Gasthofes “Zum Eichenkranz” in Wörlitz, Angergasse 104 ein.

Der Vorsitzende Herr Prof. Dr. Rolf Budde wird auf dieser Zusammenkunft über Ergebnisse der Arbeit seit der Jahreshauptversammlung 2015 und über anstehende Aufgaben informieren.

Mit der öffentlichen Übergabe des Raumes SONNE zur Jahreshauptversammlung 2016 wird das von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Wittenberg großzügig geförderte Projekt der Restaurierung der historischen Leinwandtapeten im Eichenkranz erfolgreich abgeschlossen. Zur regionalen Mitgliederversammlung können Sie die Ende des vergangenen Jahres abgeschlossene Restaurierung der Deckenmalerei und des Kamins im Raum SONNE vorab in Augenschein nehmen. Die notwendigen Vorarbeiten zur Anbringung der restaurierten Leinwandtapeten sind in vollem Gange.

Die Kulturstiftung DessauWörlitz wird in Verbindung mit dem Jahresplan für 2016 wichtige Vorhaben und aktuelle Aufgaben erläutern.
Die Broschüre der Kulturstiftung zum Themenjahr 2016 „Baukunst“ liegt für Sie im Eichenkranz bereit.

Bis zum 04.Februar 2016 verbleibe ich

mit herzlichen Grüßen

Joachim Landgraf
Geschäftsführer

 

Bericht von der regionalen Mitgliederversammlung am 4. Februar 2016

Endzustand Sonne

Endlich haben wir es geschafft, an einer Mitgliedersammlung der Gesellschaft der Freunde des Wörlitzer Gartenreiches teilzunehmen. Seit 2014 sind wir Mitglied und hatten es aus Zeitgründen bisher bedauerlicherweise nicht geschafft, das Gartenreich zu besuchen. Überhaupt sind wir Gartenreich-Neulinge, kennen zwar Mosigkau, das Luisium und lieben vor allem Oranienbaum. Wegen der äußerst interessanten Zeit des 18. Jahrhunderts und den pittoresken Park- und Schlossanlagen sind wir überhaupt Mitglieder geworden. Aber viele Gebäude haben wir bisher nur von außen bestaunt und den „Eichenkranz“ kannten wir bis zum 4. Februar 2016 zugegebenermaßen überhaupt nicht.

Zur Mitgliederversammlung waren die Menschen zahlreich erschienen, so dass im Saal des „Eichenkranzes“ alle Stühle belegt waren und man sogar auf die Empore auswich.

In ihren Redebeiträgen informierten Rolf Budde, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft, der Geschäftsführer Herr Landgraf und Dr. Wolfgang Salvelsberg, Leiter der Abteilung Schlösser und Sammlungen der Kulturstiftung DessauWörlitz, über die durchgeführten Bauarbeiten, die Bilanz des vergangenen Jahres, den Umgang mit den Handwerkernachforderungen und geplante Restaurierungsprojekte.

Vor allem, dass das Schloss Mosigkau nun wieder zugänglich ist, war eine erfreuliche Nachricht an diesem Abend, und es ist ein Gewinn für die mitteldeutsche Kulturlandschaft! Seit wir dort die Ausstellung „Teure Köpfe“ zu Leben und Werk des Malers Lisiewskys gesehen hatten, ist uns das Schloss ans Herz gewachsen und auch der wunderbare Garten ist einen Besuch wert. Mutig finde ich den Schritt, den die Kulturstiftung mit der vorübergehenden Schließung der Objekte gegangen ist. Was, wenn das Konzept des „Wir verursachen einen Aufschrei und erzwingen so die Wiedereröffnung“ schief gegangen wäre? Naja, es hat geklappt…

Abb. 1 Obelisk

Erfreulicherweise war bei der Mitgliederversammlung der Leipziger Restaurator Jürgen Hampp im Saal, den ich zufällig von einem seiner früheren Einsätze im Barockschloss Delitzsch kenne. Herr Hampp stand an diesem Abend als Ansprechpartner zur Verfügung und erklärt im Raum „Sonne“ den Fortgang der Restaurierungsarbeiten sowie die Bildsprache der bereits freigelegten Malereien: Die über dem Kamin ausgebildete Obeliskendarstellung mit einem Medaillon, die flankierenden Zypressen, der lichtblaue Hintergrund als Himmel – all das gaukelt dem Besucher eine italienische Landschaft vor. An den Seiten des Kaminvorsprungs sind Ornamentfriese mit Akanthusranken zu erkennen, die Herr Hampp und Frau Haake derzeit weiter restaurieren.

Abb. 2 Ornament

Die von einer Sonnendarstellung dominierte Deckenmalerei beeindruckt natürlich auch wegen der umlaufenden zwölf Medaillons mit den Darstellungen der Tierkreiszeichen, ausgeführt als Grisaille.

Abb. 3 Sonne

Besonders gefallen hat uns, dass man den Eichenkranz bis unter den Dachboden erkunden konnte. Fast alle Türen waren geöffnet und wurden von uns Neulingen neugierig durchschritten. Wir bedanken uns herzliche für den schönen Abend und die vielen, vielen Informationen und freuen uns auf unseren nächsten Besuch im Gartenreich.

Abbildung-1-ObeliskAbbildung-2-OrnamentAbbildung-3-Sonne
 
 
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